Die Umformerstation

Für den Betrieb der 1921 fertiggestellten neuen Begichtungsanlage der Hochöfen – der Elektrohängebahn – benötigte man elektrischen Gleichstrom mit einer Spannung von 110 Volt. Diese Stromart war für den Eigenantrieb der Hängebahnkübel, die den Möller und den Koks transportierten, erforderlich. 

Auf ebener Strecke fuhren die Kübelwagen mit eigenen Antrieben, auf der Schrägstrecke zur 30 Meter hohen Gichtbühne wurden sie jeweils von einem umlaufenden Seil (wie bei einem Skilift) gezogen. 

Die allgemeine Stromart für die Antriebsmotoren auf dem Hochofenwerk war 500 Volt Drehstrom. Die elektrische Energie wurde damals in der sogenannten Gaszentrale mit 10 kV Spannung durch große Gaskolbenmaschinen mit angekoppelten Dynamorädern erzeugt. Transformatoren setzten diese Spannung auf 500 Volt um. 

Umformerstation
Umformerstation
Umformerstation
Umformerstation

In der Umformerstation standen Generatoren mit 500 Volt-Antriebsmotoren, die die erforderliche Spannung von 110 Volt für die Hängebahnanlage erzeugten. Der Strom ist hier “umgeformt” worden. 

Die Elektrohängebahnanlage wurde 1965 von der modernen und leistungsfähigeren Bandbegichtungsanlage abgelöst. Das Gebäude diente später der Aufbereitung von Stopfmasse für die Hochöfen sowie der Zustellung und Lagerung von “Hochofenarmaturen”.

Anmerkung: Ein  Besuch lohnt sich immer. Denn zum Beispiel auf dieser Informationstafel sind interessante Ansichten zu sehen, so wie wir sie heute vielleicht nicht unbedingt mehr kennen. Diese zeigen unter anderem: 

  • in schematischer Darstellung: Lageplan von der Elektrogichtseilbahn im Maßstab 1 : 2000
  • in Bildern: 1920 – Die Umformerstation im Bau
  • die Umformeranlage
  • Befüllung der Hängebahnwagen unter dem Erzbunker
  • Seilwindenanlage zur Schrägstrecke der Hängebahn
  • Umformerstation mit Kugelwasserturm heute

Bezugsquelle: Informationstafel Gewerbepark Ilseder Hütte Industriepfad. Standort: Auf dem Hochofenplateau am Kugelwasserturm

zurück zum Industriepfad