Die Kühltürme

Auf dem Hochofenwerk in Ilsede wurden für Kühlzwecke in den verschiedenen Betriebsbereichen und Wasserkreisläufen große Wassermengen benötigt. In Spitzenzeiten – also bei hoher Produktion – und hohen Außentemperaturen (Sommer) waren 17.000 m³ Wasser im Umlauf. 

Diese Wassermengen konnten nur durch eine Kreislaufwirtschaft bereitgestellt werden, d. h. das Wasser wurde mehrfach genutzt und musste zwischenzeitlich nachgekühlt werden. Dies erfolgte im offenen Kreislauf über die Kühltürme. Der Kühlturm funktioniert dabei als Wärmetauscher, in dem das zu kühlende Wasser direkt mit der Außenluft in Berührung gebracht wird.

Auf dem Hochofenwerk waren zeitweise 12 Kühltürme in Betrieb.

Die Kühltürme

Funktionsweise eines Kühlturmes

Das erwärmte Wasser wird auf eine vorgegebene Höhe des Kühlturmes gepumpt. Hier läuft es über Verteilerrinnen und gleichmäßig verteilte Rieseleinbauten nach unten. Die einzelnen Wassertropfen kommen dabei mit dem im Kühlturm aufsteigenden Luftstrom in Berührung. Dieser kühle Luftstrom, der durch die Kaminwirkung des Tunnels erreicht wird, nimmt die Wärme aus dem Wasser mit. Am oberen Rand des Kühlturmes sind die Schwaden des Verdunstungsprozesses zu erkennen. Das abgekühlte Wasser sammelt sich in der sogenannten Kühlturmtasse und fließt den Pumpenanlagen für den erneuten Umlauf zu. 

Das Wasser wird in der Regel um ca. 10 Grad heruntergekühlt. Die Verdunstungsverluste betragen bis zu 2% der umlaufenden Wassermenge. Diese Verluste müssen durch Zuführung von Frischwasser laufend ersetzt werden. Die Wertläufigkeit des “Ilseder Wasserkreislaufes” ist auf dem nebenstehenden Plan dargestellt (Infotafel). Auf dem weiteren Weg des Industriepfades entlang der Fuhse sind verschiedene “Biotope” zu sehen. Sie sind die Reste der Kühlturmtassen ehemaliger Kühltürme, die hier aufgereiht standen.

Am Ende des Weges befindet sich der Kühlteich. Hier wurde das überschüssige erwärmte Betriebswasser gesammelt, bevor es nach entsprechender Abkühlung in die Fuhse abgeleitet werden konnte. 

Die Kühltürme
Die Kühltürme
Die Kühltürme
Die Kühltürme

Hinter dem Kühlturm links, vor der Fuhsebrücke, befand sich ein Stauwehr in der Fuhse, mit dem der Wasserstand der Fuhse geregelt wurde. In der Gründerzeit der Ilseder Hütte wurden im Einflussbereich der „Hütte“ drei Wassermühlen durch die Fuhse betrieben Lauenthal, Ölsburg, und Ilsede. Mit dem Erwerb dieser Mühlen durch die Ilseder Hütte gingen die Staurechte für die Fuhse auf die Ilseder Hütte über.

An der Brücke befand sich das Pförtnerhaus Tor 4, über das die Belegschafter aus Richtung Ölsburg auf das Werk kamen. 

Anmerkung: Ein Besuch lohnt sich immer. Denn zum Beispiel auf dieser Informationstafel sind interessante Ansichten zu sehen, so wie wir sie heute vielleicht nicht unbedingt mehr kennen. Diese zeigen unter anderem: 

  • Die Werks – Silhouette der Kühltürme von Westen gesehen
  • Die Wasseraufbereitungsanlage und Kühlturm Nummer 9
  • Die heutige Situation – Naherholungsbereich mit Arboretum und Biotopen
  • Die Ansicht zwischen Abbruch und Aufbruch
  • Den Blick vom Erzbunker zur Sinteranlage mit dem Transportband im Vordergrund. Rechts die Wasserwirtschaft mit der Kühlturmreihe
  • Die schematische Darstellung der Wasserwirtschaft des Hochofenwerkes Ilsede

Bezugsquelle: Informationstafel Gewerbepark Ilseder Hütte Industriepfad. Standort: An der Fuhse.

Die Station wurde gesponsert von: Keunecke GmbH, Silospedition und Mineralstoffgroßhandel.

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